8. virtuelle Forum

«Wie kann der Zugang zu Palliative Care für spezifische, besonders vulnerable, Patientengruppen verbessert werden? », mit dieser Frage beschäftigte sich das 8. Forum der Plattform Palliative Care. Fast 90 Personen haben sich in die virtuelle Veranstaltung zugschaltet.

Aus aktuellem Anlass fasste Prof. Sophie Pautex, Palliativmedizinerin und Geriaterin am Universitätsspitals Genf (HUG) und Mitglied der Swiss National COVID-19 Science Task Force des Bundes, in Ihrem Referat die vorzeitigen Lehren aus der Pandemie zusammen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass das Palliative-Care-Wissen unbedingt in den Regelstrukturen gestärkt werden müsste. Es sei sehr wichtig, so die Palliativmedizinerin, dass alle Gesundheitsfachpersonen zu Palliative Care geschult werden. Spezialisierte Palliative Care braucht es in allen Versorgungssettings. Ein flächendeckendes Palliative-Care-Angebot müsse zwingend in allen Regionen der Schweiz verankert sein und dürfe keine Option mehr darstellen (siehe Präsentationen).

Das BAG informierte am Forum auch über den Stand der Umsetzung des Postulatsberichts «Bessere Betreuung und Behandlung von Menschen am Lebensende». Aktuell stehen zwei Schwerpunktthemen im Vordergrund: die gesundheitliche Vorausplanung und Fragen zur besseren Finanzierung der Palliative Care. Das Forum stellt zudem eine Plattform zur Verfügung, um über erste Massnahmen für einen besseren Zugang zu Palliative Care für ausgewählte vulnerable Patientengruppen zu diskutieren.

Zum Einstieg ins Thema veranschaulichte Dr. Orest Weber, Soziolinguist am Universitätsspital in Lausanne (CHUV), in seinem Vortrag, wie transkulturelle Kompetenzen bei Kliniker*innen, die in der Versorgung am Lebensende arbeiten, gefördert werden können. In diesem Zusammenhang hat sein Team ein spannendes Kursangebot lanciert, das sich auch auf andere Berufsgruppen übertragen lässt und in Bezug auf Länge und Inhalt anpassbar ist.

Dr. Hermann Amstad (amstad-kor) hat im Auftrag des BAG ein Konzept «Palliative Care für vulnerable Patientengruppen» ausgearbeitet. Dieses berücksichtigt die bisher bekannten Grundlagen und ist in Begleitung einer Expertengruppe entstanden. Es enthält konkrete Massnahmenvorschläge für die folgenden Zielgruppen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung
  • Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Am Nachmittag fanden Workshops zu diesen vier Zielgruppen statt. Eingeladene Gäste diskutierten in einem Podiumsgespräch, welche realisierbare Umsetzungsschritte definiert werden könnten. Auf der Grundlage der Diskussionsergebnisse sollen die Aktivitäten im Rahmen der Plattform Palliative Care weiter vorangetrieben werden.