7. virtuelle Forum

Fast 100 Akteure haben sich am diesjährigen Forum der Plattform Palliative Care vom 13. November angemeldet. Aufgrund der aktuellen Situation wurde die Veranstaltung zum ersten Mal in virtueller Form durchgeführt

Im Zentrum stand der verabschiedete Bericht des Bundesrates zum Postulat «Bessere Betreuung und Behandlung von Menschen am Lebensende» (18.3384). Ein Schwerpunkt lag dabei auf den Massnahmen des Bundesrates zur Förderung der allgemeinen Palliative Care. Ein besonderer Fokus wurde zusätzlich auf die Auswirkungen und die Lehren aus der ersten Welle der Covid-19-Pandemie gelegt.

Lea von Wartburg, die Leiterin der Sektion Nationale Gesundheitspolitik im BAG stellte den Bericht zum Postulat und seine Massnahmen vor. Gemäss Bericht reichen die heutigen Strukturen des Gesundheitssystems nicht aus, um auf die steigende Zahl der Sterbenden zu reagieren. Angebote der Palliative Care seien nicht ausreichend in die Gesundheitsversorgung integriert. Schliesslich sollte der Tod nicht als akutes Ereignis behandelt werden, denn 70% der Todesfälle seien zu erwarten. Ein gesellschaftliches Umdenken eröffne neue Ansätze für ein frühzeitiges und vorausschauendes Handeln.  Allerdings könnte ein "gestaltbares" und "selbstbestimmtes Sterben" am Ende des Lebens zu neuen Ungleichheiten führen.

An der anschliessenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Verbände der Grundversorgung über die Förderung der Allgemeinen Palliative Care. Die Podiumsgäste Franziska Adam (Spitex CH), Eva Kaiser (Haus- und Kinderärzte mfe), Stefan Berger (Hplus) und Silvia Richner (Stadtspital Waid und Triemli) schilderten die Schwierigkeiten der Finanzierung der Palliative Care Leistungen. Es gehe um eine ganzheitliche Betreuung und Behandlung, deren Finanzierung für alle Patientinnen und Patienten gesichert werden müsse. Unterstrichen wurde auch die Bedeutung der Interprofessionalität und des sozialen Netzes bei der Betreuung von Patientinnen und Patienten in palliativen Situationen.

Im dritten und letzten Teil des Forums wurde das Thema Palliative Care aus der Perspektive der COVID-19-Pandemie näher beleuchtet und Lehren für die Praxis gezogen. Gemäss Renate Gurtner Vontobel, Geschäftsführerin von palliative ch, ist es im Falle einer Pandemie wichtig, dass die Palliative Care strukturell und konzeptionell von der ersten Stunde an einbezogen wird. Petra Vayne-Bossert (Service de Médecine Palliative HUG) hebt hervor, dass Palliative Care im Falle einer Pandemie keine Option, sondern ein Muss darstellen sollte. Zudem sei u.a. eine Zusammenarbeit der involvierten Fachpersonen sowie die gegenseitige Unterstützung und der Einbezug von Angehörigen wichtig. Laut Klaus Bally (Universitäres Zentrum für Hausarztmedizin beider Basel) bestand eine der Schwierigkeiten darin, eine umfassende Versorgungsplanung (Advance Care Planning) zu gewährleisten. Aus diesem Grund wurde in der Region Basel eine Expertenkommission eingesetzt, die die Alters- und Pflegeheime bei der Langzeitpflege während der COVID-19-Pandemie unterstützen soll.